Weihnachtstraum

16. Dezember 2009

An Weihnachten 2009 geschieht völlig unerwartet ein Wunder. Den Menschen der sogenannten Christlichen, westlichen Welt wird plötzlich klar, was ihr Leitbild Christus in der biblischen Geschichte eigentlich vorlebte: ein Leben für die Anderen. Von Heilungen und Erlösungen ist die Rede, aber auch vom „in die Schranken verweisen“, derer, die nur das Geldverdienen im Kopf haben. In der Christlichen Welt galt ein Zins von 30% als Wucher, knapp darunter liegen heute noch die Eigenkapitalrenditeziele mancher Banken. Doch das hat nun alles ein Ende. Es ist allen klar geworden, dass wir in einer Gemeinschaft leben, in der der Einzelne deswegen auf der Welt ist, um an seinem Platz dieser Gemeinschaft zu dienen. Dafür, dass er das gut macht, bekommt er Lohn, das Gefühl gebraucht, geachtet, ja sogar geliebt zu werden. Gerechtigkeit ist Vereinbarungssache, aber allen ist klar, dass wenn einer Alles bekommt (ABBA: the winner takes it all), und alle Anderen nichts, ist das sicher nicht gerecht. Macht braucht man, um die Gemeinschaft auf die ständigen Veränderungen unserer Welt umzustimmen und anzupassen. Aber Macht kommt von Machen, nicht von Unterdrücken. Das Unterdrücken von Minaretten in der Christlichen Welt ist auch sinnlos, aber wenn wir Alle unsere Christliche Grundeinstellung aktiv leben, das heißt, auch die Schwächeren mitkommen lassen, werden die Unentschlossenen sehen, wo sie besser aufgehoben sind. Macht, die nur ausgeübt wird, um das Bestehende unbeugsam zu erhalten, war nie auf Dauer erfolgreich. Wir stellen uns den kommenden Veränderungen und werden sie meistern, weil wir auf die christlichen Grundwerte vertrauen können, die uns auch in völlig neuem Fahrwasser immer als Kompass dienen werden. Lassen wir so ein Wunder zu, dann werden viele heutige Probleme im Ideenfeuerwerk Silvester 2010 zerstieben. Träumen dürfen wir ja.

Allen Besuchern eine gesegnete Weihnacht und ein gesundes erfolgreiches Neues Jahr 2010.

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Management und Innovation

16. November 2009

Wann haben Sie Ihr letztes Konzert mit Chor und Orchester erlebt? Können Sie sich erinnern mit wieviel Konzentration und Hingabe die Sänger und Musiker bei der Sache sind, mit wieviel Leidenschaft und Körpereinsatz der Dirigent diese Menschen zu einem Ziel zusammenführt? Das Ziel ist Musik, die optimale Interpretation eines Kunstwerkes, die Transformation von den Noten auf Papier in die Herzen der Zuhörer. Selbstlos stellen die Künstler ihr Können in den Dienst des Chores und bringen die Musiker ihre Virtuosität in den Klangkörper ein, als Einzelner annonym, aber als Chor und Orchester berühmt.

Da war natürlich am Anfang ein Genie, das ein Kunstwerk komponiert hat, das die Künstler ja „nur“ interpretieren müssen.

In der Industrie haben wir es da viel schwerer. Wo ist der Visionär, der ein Produkt schon ausgereift vor seinem geistigen Auge sieht, der sofort eine vollständige, routinierte Mannschaft für die Umsetzung begeistern kann, und umgehend auch den Applaus der Kunden bekommt? Wir müssen immer neue Produkte schaffen, innovativ und kommerziell erfolgreich.

Innovation beginnt oft dort, wo wir über unseren Tellerrand hinaus in fremde Bereiche schauen. Da gibt es oft die Erkenntnis, dass es dort ähnliche Aufgaben gibt, die aber ganz anders gelöst werden. Die Frage „warum machen wir das nicht auch so“, ist sehr kreativ, und garnicht so abwegig, denn wir sehen ja einen Lösungsweg.

„Not macht erfinderisch“ sagt der Volksmund, und weist damit darauf hin, dass wirklich der volle Einsatz Aller notwendig ist, etwas anders zu machen. Erst wenn durch die Not Allen klar ist, dass man mit der gleichen Vorgehensweise, die uns in die Not geführt hat, aus dieser nicht mehr heraus kommt, ist der Mensch bereit für Änderungen. Leider ist eben nur in der Not das Potential am Größten.

Es gibt Teile der Chaos-Theorie, die auch auf Unternehmen angewendet werden.

Danach wird ein Unternehmen in einer chaotischen Phase gegründet. Der Gründer macht alles alleine, er entwickelt, er kauft ein, er baut, er liefert aus und rechnet ab.

Ist er damit erfolgreich, weil er ein momentanes Bedürfnis des Marktes gut bedient, wächst sein Geschäft.

Nun braucht er Mitarbeiter, mehr Platz, mehr Kapital usw.

Noch überblickt er alle Abläufe und steuert alle Mitarbeiter direkt, das geht bei einstelliger Mitarbeiterzahl.

Wächst die Zahl darüber hinaus, braucht der Betrieb eine Organisation, die tägliche Arbeit muß auch ohne den unmittelbaren Einfluss des Chefs funktionieren. Jetzt wird nicht nur die Arbeit, sondern auch ein Teil der Macht aufgeteilt, nämlich vom Chef auf die Organisation, an die sich der Chef ja nun auch halten muß (das ist oft das größte Problem).

Diese Phase ist meist die beste Phase eines Unternehmens, es wächst innerhalb einer effektiven Organisation stetig weiter, einzelne Mitarbeiter bauen sich eigene kleine Machtbereiche auf. Das ist solange in Ordnung, solange das Unternehmensziel im Mittelpunkt steht.

Dann hat sich plötzlich irgend etwas verändert.

Der Markt hat sich verändert, Produkte von Wettbewerbern erfüllen die Bedürfnisse noch besser (man hat geschlafen).

Die Organisation hat sich so selbständig gemacht, dass mehr kontrolliert als gearbeitet wird.

Die Entwicklung riskiert keine neuen Werkstoffe, Technologien und Verfahren.

Der Vertrieb hat vergessen, dass uns der Herrgott zwei Ohren, aber nur einen Mund gegeben hat, und dem Kunden was aufgeschwatzt, was der garnicht braucht, aber nicht zugehört, wo wirklich neue Bedürfnisse entstanden sind.

Die Kaufleute wollten endlich auch Kreativität beweisen und sind in das Glücksspiel eingestiegen, das Geld ist weg.

Jetzt bricht die ganze Ordnung zusammen, man steht vor dem Bankrott.

Jeder will für sich die Firma retten, die alten Abläufe und Machtstrukturen funktionieren nicht mehr, der Betrieb ist wieder in einer chaotischen Phase, diesmal auf einer höheren Ebene.

Wenn nun die richtigen Mitarbeiter ihre volle Kreativität freisetzen, und schnell und fehlerfrei arbeiten, wird die Firma in eine neue Wachstumsphase gelangen, in eine neue Organisationsphase usw.

Soweit die Theorie.

Die Grundidee ist aber, dass eine Firma immer wieder chaotische Phasen braucht, mit Veränderungsprozessen, um sich an die sich stetig verändernde Umwelt anzupassen. Für diese Veränderungsprozesse braucht es ein starkes Management, denn hier muss hart, schnell und fehlerfrei gehandelt werden.

Eine Form der chaotischen Phase sind die „schwarzen Projekte“. Untersuchungen zeigen, dass mit ihnen die höchste Effizienz im Entwicklungsprozess und auch sehr oft die wichtigsten Umsatzträger entstanden sind.

Schwarze Projekte erscheinen auf keiner Projektliste, durchlaufen keinen Besprechungs- Marathon, sind keine Projektfinanzierungslüge, werden konspirativ von wenigen Verschworenen durchgezogen, und erst öffentlich gemacht, wenn der Kunde mit Bestellung droht. Bis zu 15% der Gesamtprojekte sind in vitalen Firmen „schwarz“ und sichern damit langfristig das Überleben.

Weil die Mitarbeiter ja neben ihrer normalen Arbeit solch ein Projekt bearbeiten, zum Teil sogar in ihrer Freizeit, ist die Kommunikation und Projektkontrolle optimal. Es steckt in allen die Vision, etwas ganz Neues zu machen, das schweißt zusammen.

Das Wichtigste ist eben die Inbrunst aller Mitarbeiter, sich in den Dienst des Unternehmens zu stellen, womit wir wieder bei der Kunst angelangt sind.