Organisation

… und Menschen (Vorwort zu einem geplanten Buch)

Als Angestellter verkaufen Sie Ihrer Firma Ihre Zeit und Ihre Kenntnisse.

Das Interesse Ihrer Firma ist, möglichst viel davon zu bekommen, Ihr Interesse ist, dafür möglichst gut entlohnt zu werden, hauptsächlich mit Geld.

Und damit wird es schon nicht mehr so einfach, denn eigentlich wollen Sie ja beliebt sein, wenigstens geachtet, aber mindestens wichtig sein. Außerdem brauchen Sie Geld zum Leben, aber auch ein Gehalt, das Ihre Stellung in der Gesellschaft absichert und Ihren Wert darstellt.

In unserer Kultur wird der Wert eines Menschen zu einem sehr hohen Prozentsatz von seinem Beruf, seiner Position, kurz seiner Macht definiert.

Macht, da haben wir dieses böse Wort, weil wir Macht fast immer mit dem Machtmissbrauch kennengelernt haben, deshalb ist es negativ belegt. Wir brauchen aber Macht um eine Veränderung zu erreichen, um einer besseren Idee zum Erfolg zu verhelfen, um aus einem Rudel Menschen eine zielgerichtet arbeitende Mannschaft zu formen. Wenn der Manager soviel weniger verdient (und damit Wert ist), wie seine Mitarbeiter (wie z. B. beim Fussball) hat er Probleme mit der Macht und Durchsetzungsfähigkeit bei den Mitarbeitern, ist dann erfolglos und wird deshalb als Erster gefeuert. Aber wir wissen auch, dass Macht nicht nur durch Geld definiert wird. Auch eine gute Idee, eine tolle Vision, eine akzeptierte Wertevorstellung kann Macht ausüben. Versuchen wir ein bischen besser zu verstehen, wie’s geht. Wichtig ist jedenfalls, dass wir den Menschen und seine Bedürfnisse sehr ernst nehmen, wenn wir diese gegen die Bedürfnisse der Firma abwiegen. Organisation ist auch nie etwas statisches, unveränderbares oder einzig seelig machendes. Es gibt aber Werte und Grundzüge, die sich z. T. über mehr als tausend Jahre Führungskultur als belastbar erwiesen haben. Was ist wichtiger: der Kontostand auf dem eigenen Konto oder der Kontostand im Herzen unserer Mitarbeiter, wir werden es herausfinden.

Meine Erfahrung ist: wer keine (immateriellen) Werte hat, ist nichts wert.

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